Ein ganzes halbes Jahr

Der KlappentextIMG_0918
Lou & Will
Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will.
Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Das denke ich…
Der Einstieg ins Buch ist ein Blick in die Vergangenheit, zum Zeitpunkt von Will’s Unfall. Dieser Unfall bestimmt sein ganzes weiteres Leben und auch die komplette Handlung des Buches. Allerdings geht es weniger darum, dass Will sich selbst bemitleidet und das auch von anderen erwartet. Vielmehr geht es darum, seine Sichtweise zu verstehen. Er kann nichts mehr von dem machen, was er früher konnte, was klar ist, wenn man von der Brust abwärts querschnittsgelähmt ist. Er kommt nicht damit zurecht, nicht mehr die Person zu sein, die er mal gewesen ist. Darum möchte er nicht mehr leben, was teilweise für einen gesunden Menschen nicht nachvollziehbar ist. Man denkt immer, dass es irgendetwas geben muss, dass einen vom Suizid abhalten kann. Bei Will denkt und hofft man als Leser, das Lou dieses Etwas ist. Es ist großartig, wie Lou mit vollem Einsatz versucht, ihn umzustimmen und bis zum Ende glaubt man auch, dass ihr das gelingen wird. Aber eigentlich ist das unfair Will gegenüber, denn wie er selbst sagt, es könnte ein gutes Leben werden, aber es wäre nicht sein Leben und deswegen will er es nicht leben. Und natürlich versuchen die ihm Nahestehenden ihn davon abzubringen, aber, wie der Pfleger von Will sagt, dass egal wie sehr sie ihn liebten, sie wären dann nur ein paar beschissene Leute mehr, die ihm seine Entscheidungsfreiheit verweigern. Und er hat Recht. Es wäre sehr blöd für Will, dessen gesundheitliche Lage sich nie bessern, sondern eher stark verschlechtern würde, in Schmerzen und in ewiger Abhängigkeit von anderen weiterleben müsste, nur damit seine Familie und z.B. Lou ihn weiterhin haben. Er würde also in Schmerzen für seine Familie vor sich hinvegetieren und das ist wirklich kein Leben, dass man sich für irgendjemanden wünschen würde.
Ich finde, dass das Buch ein wichtiges Thema anspricht. Es gibt sehr viele verschiedene Meinungen über Sterbehilfe etc. und in diesem Buch wird eben nicht schwerpunktmäßig die daraus führende Trauer für Nahestehende, sondern die Sichtweise dessen gezeigt, der den Sterbewunsch hat.
Jojo Moyes schreibt ihre Geschichte zwar größtenteils aus Lou’s Sicht, jedoch sind einige wenige Kapitel aus der Sicht von anderen erzählt, was ich sehr gut finde, da man so auch erfährt, wie die anderen Charaktere denken und fühlen und man nicht nur ihre Handlungen aus Lou’s Sicht erfährt.
Das Buch ist so spannend und emotionsreich geschrieben, sodass man mit dem Lesen nur schwer aufhören kann und es am liebsten in einer Sitzung durchlesen möchte. Darum kann ich das Buch wirklich jedem empfehlen, denn es ist nicht kitschig, wie man es von einem Liebesroman erwartet und es hat auch nicht das klischeehafte happy end. Darum freut es mich umso mehr, dass es einen zweiten Band gibt, der von Lou’s weiterem Leben handelt und auf den ich mich sehr freue.

Vergleich zum Film
Der Film war meiner Meinung nach für eine Buchverfilmung gut. Natürlich hat dafür zum einen die geniale Besetzung beigetragen, aber auch, dass viele Dialoge buchgetreu im Film vorkamen. Die Schauspielerin Emilia Clarke ist perfekt für die Rolle von Louisa Clark. Sie ist so, wie ich mir Lou beim Lesen des Buches vorgestellt habe. Mit dem etwas speziellen Kleidungsstil und auch ihre Art. Das einzige was mich etwas gestört hat, ist, dass die Schauspielerin oftmals einen übertrieben fröhlichen Gesichtsausdruck hatte, was oft nicht zur Szene gepasst hat, da sie dort eigentlich traurig war. Auch haben diese Gesichtsausdrücke zusammen mit einer bestimmten Körperhaltung sie wie eine 10-Jährige aussehen lassen. Das war eigentlich das einzige schlechte am Film meiner Meinung nach. Ansonsten fand ich, dass die wichtigsten Szenen im Film gelandet sind. Allgemein war der Film vom Verlauf her fast genauso wie das Buch, nur dass eben nicht alle Szenen im Film vorkamen, was logisch ist, denn sonst würde der Film Stunden dauern. Alles in allem kann man den Film anschauen, wenn man das Buch gelesen hat, und man wird es nicht bereuen.

Die komplette Review zum Film von V. findet ihr hier:

https://fictionalinspirationsblog.wordpress.com/2017/06/24/ein-ganzes-halbes-jahr-2/

Allgemeine Infos
Rowohlt Taschenbuch Verlag
520 Seiten
Autorin: Jojo Moyes

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