Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt

Der KlappentextIMG_0922
Jakub Procházka, erster Raumfahrer der tschechischen Geschichte, träumt davon, seinem Land Ruhm und Ehre zu bringen. Doch nach dreizehn einsamen Wochen im All beginnen Jakubs Sinne verrückt zu spielen. Als dann auch noch seine Frau mit ihm Schluss macht, nimmt die Mission einen ungeahnten Lauf.

April 2018: Die JanHus 1, das erste Raumschiff in der tschechischen Geschichte, erhebt sich in den Himmel. Eine ganze Nation ist auf den Beinen, um den Start vom staatseigenen Kartoffelacker aus mitzuverfolgen. Die Besatzung besteht aus einem einzigen Raumfahrer: Jakub Procházka, Spross einer Kollaborateursfamilie und Professor für Astrophysik mit einschlägiger Erfahrung in der Erforschung interstellaren Staubs. Nach dreizehn eintönigen Wochen im All ist der Forscherdrang Jakubs jedoch beinahe erloschen. Einziger Lichtblick sind die wöchentlichen Video-Chats mit seiner Frau Lenka. Doch als die ihn verlässt, gerät Jakubs Leben im Orbit in Schieflage. Und als wäre das nicht genug, schleicht sich auch noch ein haariger, achtbeiniger Mitbewohner in Jakubs Raumschiff ein.

Das denke ich…
Das Buch „Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ von Jaroslav Kalfar ist sehr facettenreich und ungewöhnlich. Es verbindet phantastische Dinge, wie ein 34-äugiges menschengroßes Spinnenwesen, welches eine Vorliebe für Nutella hat und sprechen kann mit sehr wirklichkeitsnahen, menschlichen Ereignissen. Zudem hat die Geschichte auch einen historischen Teil, da der Astronaut Jakub Sohn eines sowjetischen Geheimdienstbeamten ist.
Die Szenen, die sich im Weltall abspielen, sind so realistisch beschrieben, dass man sich fühlt, als schwebte man mit Jakub in der JanHus1 Rakete. Und der Verlauf der Geschichte wird nie langweilig, da man immer wieder Einblicke in sein bisheriges Leben erhält, die durch den achtbeinigen Reisebegleiter hervorgerufen werden.
Im Verlauf der Geschichte wird Jakub einem immer sympathischer, da man ja immer mehr über seine Hintergründe erfährt, die ihm sein Leben nicht leichtgemacht haben. Auch finde ich es bewundernswert, wie der Astronaut während seiner 8-monatigen Reise im All bei gesundem Verstand bleibt, obwohl er alleine ist und nur ab und zu Kontakt zu Erde hat. Dafür braucht es mit Sicherheit nicht nur eine starke Persönlichkeit, sondern auch ein Ziel oder eine Motivation bzw. einen Ansporn, den er ja erstmals verliert, als seine Frau ihn verlässt. Aber er schafft es trotzdem weiter zu machen.
Das Buch zeigt, dass nichts im Leben perfekt endet, es aber darauf ankommt, was man damit macht und auch, dass man manchmal mit seiner Vergangenheit abschließen muss, um weiterzukommen.
Ich kann den Roman wirklich weiterempfehlen, da er durch überraschende Wendungen nie eintönig wird und einen auch nach dem Lesen zum Nachdenken anregt, was immer ein gutes Zeichen für ein Buch ist.

Allgemeine Infos
Klett-Cotta Verlag
364 Seiten
Autor Jaroslav Kalfar

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