Holmes & Ich – Die Morde von Sherringford

Der KlappentextIMG_0957
So hast du Holmes und Watson noch nie erlebt! Drei Dinge will Jamie Watson partout vermeiden, als er gegen seinen Willen auf ein Internat an der Ostküste der USA geschickt wird: 1. Dort auf die charismatische Charlotte Holmes zu treffen, Nachfahrin des legendären Sherlock, die allerorten für ihren komplizierten Charakter und ihr detektivisches Genie bekannt ist.2. Sich in besagte Charlotte zu verlieben – natürlich unglücklich.3. Gemeinsam mit Charlotte in einen Mordfall verwickelt zu werden. Doch dann wird Jamie von seinem Zimmergenossen zu einer Party mitgeschleift, auf der er Charlotte begegnet und sofort von ihr fasziniert ist. Kurz darauf geschieht ein Mord. Hauptverdächtige: Jamie Watson und Charlotte Holmes! Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen.

Das denke ich…
Diese „Neuauflage“ der Holmes und Watsons in der heutigen Zeit von Brittany Cavallaro ist genial. Dieser Roman ist zwar nicht der erste, der die Charaktere von Arthur Conan Doyle erneut aufgreift, und auch nicht der erste, der Geschlechterrollen aufbricht. Allerdings ist ein gravierender Unterschied zu anderen Büchern, dass Holmes hier eine Frau ist. Auch sind die beiden Ermittler deutlich jünger als in anderen Geschichten, also gehen sie noch zur Schule und sie haben so auch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, z.B. hat ein junges Mädchen, welches unter Drogen steht mit deutlich anderen Gefahren zu rechnen wie ein erwachsener Mann. Und Charlotte hat nunmal die typischen Eigenschaften aber auch Fähigkeiten der Sherlocks und ist somit praktisch das weibliche Gegenstück ihres Vorfahrs Sherlock Holmes. Sie ist etwas merkwürdig, nimmt Drogen / andere Rauschmittel, ist arrogant, unnahbar und ist unglaublich intelligent und deswegen auch oftmals besserwisserisch. Trotzdem ist sie auch irgendwie liebenswert. Es macht Spaß und es ist faszinierend ihre komplizierten Ausführungen zu lesen.
Man merkt auch, dass Jamie Watson von John Watson abstammt. Er ist eher ruhig und zurückhaltend und geht etwas neben Holmes unter. Anfangs kam es mir so vor, als ob er eher weniger auf dem Kasten hat, da er seltenst eigene Ideen einbrachte und somit eben eher ein Mitläufer war. Erst gegen Ende kamen seine Fähigkeiten ans Tageslicht, da er selbst Dinge auf die Reihe brachte und er auch eigenständiger dachte.
Die beiden Charaktere machen zwar keine großen offensichtlichen charakterlichen Veränderungen, sie können aber in der zweiten Hälfte des Buches schon viel besser miteinander arbeiten trotz der kurzen Zeit, die sie sich erst kennen und am Ende sind sie ein eingespieltes Team.
Als Leser bemerkt man die kleinen Veränderungen von Jamie eher, da die Autorin aus seiner Sicht schreibt, man also direkt in seiner Gedankenwelt ist. Liest man genauer, kann man auch über Charlotte viel lernen. Man erkennt, dass sie Jamie braucht.
Aber es geht ja nicht nur um die Beziehung zwischen den beiden, sondern vor allem um das Lösen des Falles, welches die Freundschaft der beiden zustande bringt. Es ist wirklich lange der Fall, dass man keinen direkten Verdacht hat, wer der Mörder ist, da es nie Szenen gibt, in denen z.B. aus der Sicht des Täters geschrieben wird. Das finde ich auch sehr gut so, denn sonst wäre ein Großteil der Spannung des Krimianteils weg. Man selber als Leser müsste nicht mehr groß nach- und mitdenken, da man dann den Übeltäter kennt, was nicht für einen guten Krimi sprechen würde.
Die Autorin hat wirklich an alles gedacht. Es gibt z.B. auch Moriarty – Nachfahren, die ebenfalls in das Geschehen eingreifen, und auch die Original Sherlock Holmes Geschichten sind integriert. In diesem Roman sind sie die reale Vergangenheit, die sich gewissermaßen wiederholt, da die (versuchten) Morde sich wie Sherlock’s niedergeschriebene Fälle abwickeln. Daran erkennt man, dass Cavallaro ein großer Fan von den Originalen ist.
Was mich sehr gefreut hat, weil es auch viel zu selten vorkommt, ist, dass keine ausgeprägte Romantik vorkam, sondern das Augenmerk wirklich auf dem Krimiteil lag. Natürlich gab es kleinste Hinweise, die eine mögliche romantische Beziehung zwischen den beiden erahnen lassen, jedoch nicht in diesem Teil, sondern eher in den folgenden Bänden. Trotz der Tatsache, dass es ein Teil einer Buchreihe ist, endet das Buch so, dass man es auch als alleinstehendes Buch betrachten kann. Aber ich freue mich schon auf die weiteren Geschichten der jüngsten Holmes und Watson Generation.

Allgemeine Infos
Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)
321 Seiten
Autorin: Brittany Cavallaro

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